Wie kamst du denn auf DIESE Idee? Du musst ja ein Vertrauen in die Menschen haben! Da kann man doch einfach alles klauen! Wie, du willst deinen Job aufgeben und stattdessen BASTELN? Ach, da kauft doch niemals jemand was! Das Zeug braucht doch niemand! Das funktioniert niemals! Bist du dir SICHER? DAVON willst du leben?
Eine kleine und die schmeichelhaftere Auswahl von Dingen, die ich mir angehört habe, als ich von meinem Plan, ein Selbstbedienungsschränckchen zu eröffnen, erzählt habe.
Zugegeben - ich war ja selber skeptisch, aber meine Maulesel-
Mentalität war bei soviel Skepsis meines Umfeldes sowas von geweckt. Also, jetzt erst Recht!!!
Von den Kopfflausen bis zur Umsetzung dauerts bei mir nie lange - so auch dieses Mal.
Ein passendes Gartenschränckchen war schnell gefunden, wurde vom handwerklich überaus begabten Mann für gut befunden und mir nichts dir nichts bestellt.
Dann blieb ja jetzt jede Menge Zeit zu recherchieren, Material und Farbe zu ordern und sich allgemein mit dem Thema Verkaufshäuschen zu beschäftigen - Pustekuchen! In Warp-Geschwindigkeit lag ein gut sortierter Bretterhaufen auf Palette im Hof und ich hatte keine Ahnung, also so gar keine. Da kam wieder der handwerklich begabte Mann ins Spiel.
Mit vier Händen und eineinhalb Gehirnen (räumliche Vorstellungskraft - bei mir Fehlanzeige) stand das Grundgerüst überraschend zügig!
Nun ist der Handwerker ja kein richtiger Handwerker, wenn er strikt nach Anleitung geht. Kleiner Funfact am Rande: Der RICHTIGE Handwerker wird niemals auch nur einen Blick in die Anleitung werfen.
Also: Da musste noch mehr gehen. Für die bessere Haltbarkeit und die Schönheit kamen also richtig schöne rote Schindeln aufs Dach - schwarze Dachpappe kann ja jeder, pfffff! Auch war die Frage noch offen, wie man das SB-Schräncken gerade hingestellt bekommt, da der Untergrund alles andere als eben war. Auch hier hatte der handwerklich begabte Ehemann eine Lösung im Ärmel: Das Schräncken bekommt NATÜRLICH einen verstärkten Boden, alles andere wäre grob fahrlässig! Okeeee... Unter die Platte wurden kurzerhand noch vier Räder geschraubt, und dann gings ans Streichen.
Hier war ich wieder gefragt. Da ich mich in der Vergangenheit dadurch ausgezeichnet hatte, alles was mir in die Finger kam, mit Kreidefarbe anzupinseln, war mein Talent hier unumstritten.
Da das Konzept "Selbstbedienungshäuschen" hier in der Region noch recht unbekannt war, und ich ziemlich sicher war, dass die Menschen erstmal Berührungsängste mit dem komischen Gartenschrank haben könnten, musste für den Erstkontakt auch noch zwingend ein Fenster in die Tür.
Keine drei Wochen nach der Kopfflause stand also ein fertiges Selbstbedienungsschränkchen im Hof. Und jetzt?
Bei der ganzen Aufregung hatte ich überhaupt noch gar nicht genug Sachen zum Verkaufen hergestellt, geschweige denn, dass überhaupt genug Material da war, um irgendwas herzustellen.
Aber das Selbstbedienungshüttchen stand ja nun schonmal fertig da, also raus an die Straße damit - das Publikum aus Reinhardshagen schonmal anfüttern und neugierig darauf machen, was da bald kommt. Die nächsten Tage klebte ich neugierig am Fenster, und siehe da, fast jeder Spaziergänger auf dem Weg zur Fähre oder zur Weser schaute durchs Guckloch ins Schränkchen. Pfiffig wie ich bin hatte ich NATÜRLICH ein paar Referenzartikel und einen Aushang installiert, damit keine Fragen offen bleiben.
Die komplette nächste Woche war also der Herstellung von verkaufsfähiger Ware gewidmet. Weil ich so aufgeregt war und überhaupt nicht einschätzen konnte, wieviel eigentlich in dieses Schränkchen reinpasste, lief ich mit jedem fertig gewordenen Teil SOFORT zum Schränkchen. Meine Schrittzähler-App hat gefeiert!
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen - irgendwann war dann das Schränkchen voll und die Eröffnung stand kurz bevor. Mann, war ich aufgeregt!
Im nächsten Blogbeitrag erzähle ich euch, wie die Eröffnung lief, ob die Kopfflausen auch Flocken in den Geldbeutel gespült haben und wie wenig ich eigentlich vorbereitet war, auf alles was da noch kam...
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